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Firmen-Logo Tätowierung Aktion

Fan-Liebe oder überlebensnotwendig

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Tattoos lässt man sich aus den unterschiedlichsten Gründen stechen. Ob als Liebesbeweis, aus (jugendlicher) Rebellion, als Erinnerung oder auch aus einer ganz spontanen Laune heraus. Doch es gibt auch noch einen Trend hin zu Firmenlogos, meist verbunden mit einer Gegenleistung. Haut und Social Media gegen Produkte oder Dienstleistungen – so heißt der Deal meistens.

In Russland but die Pizzakette Domino’s Pizza kürzlich erst folgenden Deal an: 100 Pizzas pro Jahr für 100 Jahre. Einzige Bedingung war, dass man das Firmenlogo auf sich selbst tätowieren lassen musste und anschließend ein Bild davon mit entsprechendem Hashtag auf den Sozialen Plattformen teilte, wie das Wall Street Journal berichtete. Eigentlich war die Aktion auf zwei volle Monate ausgelegt, musste aber schon nach vier (!) Tagen gestoppt werden. In diesem kurzen Zeitraum hatten sich bereits knapp 400 Menschen für die lebenslange Ration an Pizzas qualifiziert.

Wer allerdings glaubt, in Russland sei die Begeisterung und der Fan-Kult für die Pizzamarke so enorm, der täuscht sich. Wie das Wall Street Journal berichtet, hat eine stagnierende Wirtschaft in den letzten Jahren eine breite Schicht hinterlassen, die sich das Tattoo einzig haben stechen lassen, da sich das kostenlose Essen benötigen. Doch auch in den westlichen Industrienationen gab es in der Vergangenheit bei ähnlichen Aktionen Teilnehmer, die für eine Reise oder ähnliches sich zum Beispiel das Logo ihres Arbeitgebers haben tätowieren lassen. Eigentlich eine ziemlich düstere Aussage darüber, was Firmen aus Marketinggründen bereits sind zu tun und die wirtschaftlichen Gründe der Menschen, die die Angebote wahrnehmen (müssen).

Haut gegen Rabatt

Domino’s ist nicht die erste Marke, die auf Tattoos setzt. Hier gibt es eine lange Reihe von Marken, Geschäften und Restaurants, die ihr Produkt gegen ein bisschen Fläche auf der Haut ihrer (Neu-)Kunden eintauscht. 1999 bot das Casa Sanchez in San Francisco kostenloses Mittagessen auf Lebenszeit gegen ein Tattoo ihres Logos an. Sie mussten die Aktion auf 50 Personen pro Tag begrenzen, weil die Beteiligung enorm war. 2016 gab ein australisches Restaurant kostenlose Burger ebenfalls auf Lebenszeit aus, in Gegenleistung für ein Tattoo ihres Burgers. Da die Burger teilweise mehrere Pattys hatten und damit eine ziemliche Höhe erreichen konnten, nahmen die Tattoos entsprechend auch einigen Platz ein. Jedoch hatten sich anscheinen 3.500 Personen beworben und 10 wurden schlussendlich für die eigentlichen Tattoos ausgewählt.

Doch nicht immer ist es gleich komplett kostenloses Essen auf Lebenszeit. Bei Melt, einer Grillkäse-Sandwich-Kette aus Ohio gab es nur 25% Rabatt auf Lebenszeit. Bei Preisen von $7 und mehr für ein Grillkäse-Sandwich und damit einen Rabatt von $1-2 pro Sandwich muss es sich hier schon eher um echte Fanliebe handeln. Auch hier war der Andrang übrigens enorm – mehr als 900 Personen haben sich laut Galerie der Website der Kette das Logo tätowieren lassen.

Immerhin durften sich bei den bisher erwähnten Aktionen alle Betroffenen aussuchen, wo sie ihr Tattoo bekamen. Im Jahr 2005 bekam eine Frau das Logo der Glücksspielseite GoldenPalace.com für 10.000 Dollar auf die Stirn tätowiert. Dabei versuchte der Tattoo-Salon angeblich sieben Stunden lang, ihr das auszureden. Ein BuzzFeed-Bericht aus dem Jahr 2012 fasst die Zeit um die Dotcom Blase zusammen und interviewt mehrere Personen, die noch die Tattoos hatten. Die meisten der Marken existierten zu diesem Zeitpunkt nicht mehr und viele der Leute, die die Tattoos hatten, waren finanziell schlechter dran.

Manch einer scheint sich auch seinem Arbeitgeber sehr verbunden zu fühlen. Da gibt es zum Beispiel Anytime Fitness, dass es geschafft hat, dass mehrere Tausend „Eigentümer, Mitarbeiter und Mitglieder“ das Logo – einen rennenden lila Mann – als Tattoo tragen. Als Gegenleistung übernimmt Anytime Fitness lediglich die Kosten für die Tätowierung. Auch eine ehemalige Chefredakteurin der New York Times ließ sich das „T“-Logo der Zeitung direkt unter einem Harvard „H“ tätowieren. Blöd daran – zwei Monate später wurde sie dort entlassen.

Manchmal will man auch nur einem Star oder seiner Lieblingsserie verbunden sein. Im Jahr 2014 führte HBO eine Promotion mit einem kleinen Tattoo-Salon in der Nähe der Comic-Con in San Diego durch.  111 Fans erhielten ein von HBO genehmigtes Game of Thrones Tattoos umsonst. Auch wenn es HBO Werbung in den Sozialen Medien brachte, diese 111 Fans betrachteten es wahrscheinlich nicht als solche, sondern waren einfach glücklich ein offizielles GoT Tattoo zu haben.

Besser zweimal überlegen

Doch wie kommt es dazu, dass sich Menschen etwas auf Lebenszeit stechen lassen, was häufig nicht einmal schön aussieht? Wie vox.com berichtet, trübt sich das Urteilsvermögen der Menschen, wenn ihnen etwas kostenlos angeboten wird. Sie sind dann bereit, auf Optionen zu verzichten, die rational gesehen besser für sie sind. Während die Akzeptanz solcher Aktionen einiges über die wirtschaftliche Lage einer Nation aussagen kann, ist es fast immer wahrscheinlicher, dass die werbende Marke oder Firma viel mehr aus der Aktion herauszieht als der Teilnehmer. Anytime zum Beispiel hat in mehreren nationalen Publikationen Features für seine Tattoos erhalten. Aber für den einzelnen ist immer die Frage entscheidend, was passiert, wenn du diesen Job kündigst oder gekündigt wirst, keine Pizza mehr magst, oder sich deine Lebensumstände ändern? Außerdem vergessen viele, dass ein Tattoo schnell und günstig gestochen werden kann, die Entfernung aber ein Vielfaches teurer und zeitaufwendiger ist und es im Gegensatz zu Dominos 30-minütiger Liefergarantie nicht garantiert ist, dass das Tattoo wieder vollständig entfernt werden kann – speziell bei farbigen Tätowierungen.

Egal, ob ihr an einer solchen Aktion teilgenommen habt oder aus anderen Gründen euer Tattoo loswerden wollt. Wir können euch mit modernen Geräten und umfangreicher Expertise helfen, euer Tattoo wieder loszuwerden oder für ein Cover-Up vorzubereiten. Macht einfach hier online einen Termin für eine kostenlose Beratung aus.

Wir freuen uns auf Euch!

 

Quelle:

vox.com

vice.com

Wall Street Journal

BuzzFeed.com

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