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Persönliches Tattoo durch DNS

DNS des Liebsten unter der Haut

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Ein Tattoo ist heutzutage nichts Besonderes mehr. Vielleicht auch deshalb geht der Trend zu immer extremeren Tattoos. Ob Firmenlogo, Fußballer-Portrait, das Brutal Black Project, oder 3D Tattoos, der Fantasie (oder den Schmerzen) sind fast keine Grenzen gesetzt. Und so verwundert es wenig, dass nun die amerikanische Biotechnologie-Firma Endeavor Life Sciences eine neue Form der Tätowierung anbietet. Die Tattoos sehen zwar normal aus, die Tinte ist jedoch besonders. Sie enthält neben den gewöhnlichen Farbpigmenten auch DNS.

Verbunden durch ein Tattoo

Alles begann mit einem Tattoo auf dem Bein einer Frau in Key Largo. Dieses inspirierte Patrick Duffy, der dort ein Tauchprogramm für Veteranen betreibt. Denn das Tattoo war nicht irgendein beliebiges Motiv, sondern es war dem verstorbenen Mann dieser Frau gewidmet, der im Einsatz für sein Land gefallen war. Sollte es nicht auch möglich sein, ein Tattoo wirklich zu personalisieren?

Und vier Jahre und einige Patente später ist es nun soweit. Patrick Duffy hat mit einigen Partnern Endeavor gegründet und ein bisher einzigartiges Produkt auf den Markt gebracht, welches persönlicher nicht sein könnte: Tattoofarbe mit DNS. Einzigartig heißt natürlich nicht ganz neu. So gab es schon in der Vergangenheit die sogenannte Subkultur der „morbid ink“, bei der organische Partikel wie Haare oder Asche mit in die Tinte gemischt wurden. Everence, wie das Produkt genannt wird – ein Wortspiel aus „forever“ und „reverence“ – geht aber einen ganz eigenen Weg.

Der Weg zum persönlichen Tattoo

Kunden senden hierbei eine kleine Probe der gewünschten DNS in das Labor von Endeavor nach Quonset. Hierbei kann es sich um ein Haar, Blut, Haut oder jegliche andere Quelle für DNS handeln. Die Probe wird dann zerkleinert, sterilisiert und in mikroskopischen Polymethylmethacrylat-Kapseln (PMMA) eingeschlossen. PMMA ist auch als Plexiglas bekannt und wird bereits vielfältig in der Medizin eingesetzt. Das entstehende Pulver wird dann mit der gewünschten Tattoofarbe einfach gemischt und wie bei einer gewöhnlichen Tätowierung unter die Haut gebracht.

Risiken und Nebenwirkungen ausgeschlossen?

Nun klingt es auf den ersten Blick etwas merkwürdig, sich Plastik in den Körper tätowieren zu lassen. Laut Endeavor sollen sich die Partikel jedoch genauso wie gewöhnliche Farbpigmente in der Haut verhalten. Da die Fremdkörper eingeschlossen sind, kommen sie theoretisch nie mit dem eigenen Immunsystem in Kontakt. Und Patrick Duffy hat hierbei Experten zurate gezogen. Einer unter ihnen ist Dr. Bruce Klitzman, Professor an der Duke University. Er bestätigt, dass Everence genauso sicher sein soll wie herkömmliche Tattoofarbe. Auch die Co-Inhaberin der Patente für Everence, Dr. Edith Mathiowitz, Professorin am Center for Biomedical Engineering an der Brown University hat sich umfassend mit dem Einfluss von Plastik auf den menschlichen Körper beschäftigt und in der Vergangenheit bereits Erfahrungen mit Tätowierungen gesammelt.

Aber was sagt der Gesetzgeber dazu? Im Heimatland von Endeavor, den USA, sind die Regularien bezüglich Tattoofarbe generell sehr lasch. Tattoofarben werden als Kosmetika eingestuft und schränken daher die neue Anwendung vorerst nicht ein. Jedoch warnt die zuständige Food and Drug Administration generell Anwender vor den allgemeinen Risiken von Tätowierungen wie Infektionen oder Allergien.

Die ersten Kunden gibt es bereits

Manche scheint das nicht zu stören. Denn Patrick Duffy hat bereits mit Virginia Elwood eine Tätowiererin als Partnerin gefunden. Sie und ihre Partnerin Stephanie Tames haben sich beide jeweils ein Tattoo mit der DNS des jeweils anderen, hergestellt von Endeavor, stechen lassen. Und Virginia Elwood plant bereits ein weiteres Tattoo mit der DNS ihrer toten Mutter. Und Endeavor hat nicht nur sie überzeugt. 20 weitere bekannte Tätowierer haben kürzlich das Firmenlogo von Endeavor auf Instagram gepostet und damit Werbung für Everence gemacht.

Endeavor nimmt nun auch die ersten Vorbestellungen für Everence an. Günstig ist das ganze allerdings nicht. Everence wird für $650 verkauft – alleine das Pulver. Mit dem Pulver geht es dann zum Tätowierer der Wahl. Da viele Tätowierer wohl zögern werden, wenn man mit einem Röhrchen voll Pulver in den Laden kommt, bietet Endeavor an, für Rückfragen von Tätowierern bereit zu stehen.

Risiken und Nebenwirkungen!

So verbunden man sich nun vielleicht mit dieser Tätowierung fühlen mag, so gibt es doch zwei Dinge zu berücksichtigen. Erstens gibt es bisher keine Langzeitstudien, was genau mit den PMMA-verkapselten DNS Proben im Körper passiert. Sollte diese sich mit der Zeit auflösen oder im Körper wandern, so kann es zu Komplikationen kommen. Denn der Körper reagiert schnell auf Fremdkörper. Das gleiche trifft in jedem Fall bei einer Entfernung zu. Sollte euch zu einem späteren Zeitpunkt das Motiv nicht mehr gefallen, so ist vorerst ungewiss, ob eine Entfernung des Tattoos per Laser stattfinden kann. Die Reaktion von PMMA auf das Laserlicht ist momentan unbekannt und für den Fall, dass die Kapsel wie gewöhnliche Tinte reagiert, trifft wieder der erste Punkt zu: Wie reagiert der Körper auf den Fremdkörper DNS.

Tattooentfernung in Berlin

Habt ihr eine normale Tätowierung, mit der ihr unglücklich seid? Hier können wir euch helfen. Schaut einfach bei uns in Berlin vorbei auf ein kostenloses Vorgespräch. Termine könnt ihr einfach online buchen. Wir beraten euch ausführlich, kompetent und nehmen uns Zeit für uns. Startet noch dieses Jahr mit der ersten Behandlung. Denn was gibt es besseres, als den guten Vorsatz fürs neue Jahr schon im alten zu beginnen.

Quelle:

Inverse – DNS Tattoo

New York Post – DNS Tattoo

New York Post – Brutal Black Project

The Hindu – 3D Tattoo

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