DE EN
Japan Tattoo Untergrund

Sind Tätowierer in Japan Kriminelle?

No comments

Tattoos haben in Japan eine lange Tradition. Jedoch keine positive, werden sie doch häufig mit dem organisierten Verbrechen von Gangs wieder Yakuza in Verbindung gebracht. Dies führte dazu, dass jeder, der ein Tattoo hatte, Probleme bei der Nutzung von Schwimmbädern, Besuchen am Strand und Fitnessstudios hatte. Tattoostudios haben sich versucht, durch ein wohlfühl- und professionelles Ambiente dagegen zu wehren. Wie CNN berichtet, bekommen sie jetzt allerdings von einer anderen Seite Gegenwind – der japanischen Regierung. In einem nicht unumstrittenen Urteil bestätigte ein Gericht in Osaka letzten Monat, dass nur Ärzte Tattoos legal stechen dürfen. Damit begehen fast alle Tätowierer momentan ein Verbrechen in letzter Konsequenz.

Tätowierung ist medizinische Behandlung laut Gesetz

Alles begann 2015, als der Tätowierer Taiki Masuda angeklagt wurde, das Heilpraktikergesetz verletzt zu haben. Dieses verbietet es jedem außer lizensierten Ärzten, „medizinische Behandlungen“ auszuführen. Und genau darunter fällt auch Tätowieren. Im Jahr 2001 hatte das Gesundheitsministerium die Bestimmung ausgegeben, dass Tätowierungen als medizinische Behandlungen klassifiziert sind, da eine Nadel die Haut durchsticht. Tätowierer wiederum hatten sich bisher damit verteidigt, dass ihre Kunst eine Form des Selbst-Ausdrucks darstellt und damit durch die Verfassung geschützt ist. Denn für einen Tätowierer ist es wenig sinnvoll, die Auflagen zu erfüllen.

Einige Tätowierer wurden in den letzten Jahren auch schon angeklagt und zu strafen von in den meisten Fällen umgerechnet ungefähr 3.000 Euro verurteilt. Das Gesetz sieht hier sogar die Möglichkeit von bis zu dem dreifachen der Geldstrafe oder 3 Jahren Gefängnis vor. Berufungen hatten bisher keinen Erfolg – die ursprüngliche Strafe wurde meist nur teilweise abgemildert.

Olympische Spiele als Bewähungsprobe

Dass Tattoos eine so negative Wahrnehmung haben, wird spätestens mit den nächsten olympischen Sommerspielen im Jahr 2020 interessant. Während in der westlichen Welt je nach Altersgruppe bis zu 40% tätowiert sind, findet man in Japan immer noch an vielen Hotelpools oder heißen Quellen Schilder, die darauf hinweisen, Tattoos nicht öffentlich zu zeigen. Während der ursprüngliche Gedanke dahinter war, kriminelle Gäste fernzuhalten, so ist diese pauschale Einschätzung heute wohl nicht mehr zutreffend. Und dies gilt natürlich nicht nur für die Millionen Besucher während der Olympischen Spiele, sondern speziell auch für die vielen Tausend Athleten.

Schon einmal, im 19. Jahrhundert, gab es eine allgemeine Verbannung von Tätowierungen, welche erst 1948 ihr Ende fand, als die amerikanischen Truppen während der Besetzung den Bann aufhoben. Kommt es nun zu einer erneuten Verbannung von Tattoos? Und dies gerade in einem Land, welches einige der angesehensten Tätowierer der Welt und insgesamt über 3.000 Tätowierer beheimatet.

Verlagerung in den Untergrund

Momentan sieht es nicht danach aus, als ob sich die Situation für die Tätowierer bessern würden. Wenngleich diese sich zusammengeschlossen haben und darauf dringen, ein eigenes Rahmenwerk für Tätowierer zu etablieren, um nicht mehr unter das Heilpraktikergesetz zu fallen. Jedoch gibt es derzeit keine Antworten aus dem Gesundheitsministerium, die auf baldige Veränderungen schließen lässt. Und so wird es wohl viele Tätowierer geben, die entweder auf Grund der angedrohten Strafen ihrer Profession nicht mehr nachgehen oder diese im Schatten weiterverfolgen.

Tattooentfernung bei InkLess

Plant ihr eine Reise nach Japan, sei es in den nächsten Monaten oder zu den olympischen Spielen? Wenn ihr eh mit dem Gedanken gespielt habt, euch euer Tattoo entfernen zu lassen, dann schaut doch bei uns vorbei. Wir beraten euch kostenlos um umfassend über eine Tattooentfernung und gehen bei der Behandlung auf eure individuellen Wünsche ein. Einfach online einen Termin ausmachen oder bei uns anrufen.

Comments are closed.


Notice: Undefined index: viewedExitPopupWP in /home/www/web90/html/inkless/wordpress/wp-content/plugins/exit-popup/exit-popup.php on line 157