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Polizei

Tattoos im Polizeidienst

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Immer mehr junge Menschen haben heutzutage ein Tattoo. Nicht selten wird das erste Tattoo sogar noch vor der Volljährigkeit gestochen, ohne die Folgen zu bedenken. Doch spätestens, wenn es an die Berufsausbildung geht, bereut wohl so manch einer seinen jugendlichen Schnellschuss. Denn wer zum Beispiel Polizist werden will, dem sind enge Grenzen in Sachen Tätowierung gesetzt.

Äußere Erscheinung ist festgelegt

In Rheinland-Pfalz zum Beispiel regelt ein Rundschreiben des dortigen Innenministeriums das äußere Erscheinungsbild eines Polizisten. Dieses beschränkt sich zwar nicht nur auf Tattoos, sondern schließt auch anderen Körperschmuck wie Piercings, Frisur und Bart mit ein. Doch im Gegensatz zu diesen ist eine Tätowierung nun einmal dauerhaft und lässt sich nicht einfach abnehmen oder umfrisieren. Konkret regelt das Rundschreiben, das Tattoos auch bei sommerlicher Dienstkleidung – sprich kurzärmlichen Hemd – nicht sichtbar sein dürfen. Eine Tätowierung an der Schulter dürfte somit kein Problem sein. Eine an der Hand sehr wohl. Eine weitere Einschränkung ist, dass das Tattoo – egal ob sichtbar oder nicht – sexistisch, gewaltverherrlichende oder gar ein Abzeichen einer verfassungsfeindlichen Gruppierungen sein darf.

Urteil pro Tätowierung in Nordrhein-Westfalen

Auch in Nordrhein-Westfalen gibt es einen solchen Erlass. Doch dort ist man etwas offener für Tätowierungen – zumindest in Grenzen. Denn dort hat ein Bewerber einen größeren Löwenkopf auf der Innenseite seines Unterarmes tätowiert und wurde für den Polizeidienst deshalb abgelehnt. Das Landesamt störte sich hier nicht einmal an der Tätowierung und dem Motiv an sich, sondern bemängelte lediglich die Größe der Tätowierung. Ähnlich wie in Rheinland-Pfalz soll dadurch die Legitimation und Autorität von Polizeibeamten gewahrt bleiben. Doch hier spielt das Verwaltungsgericht in Düsseldorf nicht mit und hält diese Verwaltungspraxis für rechtswidrig. Es wies darauf hin, dass Tätowierungen an den Armen allgemein zunehmen und dies auf einen allgemeinen gesellschaftlichen Wandel hinweist. Da es zu dem vom Landesamt hervorgebrachten Argument, dass Tattoos die Autorität untergraben, keine aktuellen Umfragen oder Erkenntnisse gibt, ist das Land verpflichtet worden, den Bewerber zum weiteren Auswahlverfahren für die Einstellung in den gehobenen Polizeivollzugsdienst zuzulassen.

Untersuchungen in Rheinland-Pfalz zur Akzeptanz

In Rheinland-Pfalz ist man schon einen Schritt weiter. Denn dort hat man erkannt, dass der Beruf des Polizisten attraktiv bleiben muss und es womöglich einen generellen gesellschaftlichen Wandel gibt. Eine Arbeitsgruppe beschäftigt sich momentan bis 2018 wissenschaftlich mit diesem Thema. Hierzu werden Bürgern nach der Seriosität von Polizisten auf Fotos mit und ohne Tattoo befragt mit bisher nicht eindeutigem Resultat.

Und in Berlin?

Ihr habt ein Tattoo, spielt mit dem Gedanken, euch bei der Polizei zu bewerben und seid nun verwirrt? Generell gelten in allen Bundesländern die Kriterien der Bundespolizei. Dort heißt es:

Du hast keine Tätowierungen im Gesicht, am Hals und an den Händen. Tätowierungen an anderen sichtbaren Stellen müssen in geeigneter und dezenter Weise abgedeckt werden, sofern sie nicht durch die Dienstkleidung vollständig verdeckt werden. Mehr Informationen zum Thema Tätowierungen findest du hier.

Dadurch soll wie erwähnt die Seriosität und Autorität des Beamten gewahrt werden. Und das gilt natürlich auch für Berlin.

Tattooentfernung als Ausweg

Ihr habt ein Tattoo an einer deutlich sichtbaren Stelle und wollt trotzdem zur Polizei? Hierfür bietet es sich an, zu allererst mit dem Einstellungsverantwortlichen der Polizei Rücksprache zu halten. Eventuell lässt sich eine Ausnahmegenehmigung erwirken oder ihr vereinbart gemeinsam einen Zeitplan für die Entfernung des Tattoos, so dass dieses bis Dienstantritt entfernt oder zumindest sichtbar erkenntlich mit der Entfernung begonnen wurde.

Hier unterstützen wir euch gerne. Vereinbart einfach einen kostenlosen Beratungstermin und sprecht und in diesem auf eure Situation an. Wir informieren euch ausführlich, wie die Behandlung ablaufen wird und eventuell muss ja auch gar nicht das komplette Tattoo entfernt werden, wenn euer zukünftiger Dienstherr mitspielt.

Und wer weiß – vielleicht spielt ja auch die Zeit für euch mit und Tattoos im Dienst werden doch schneller akzeptiert.

 

 

Quellen:

Allgemeine Zeitung

Verwaltungsgericht Düsseldorf

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