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114311Verbotene Tattoos

Verbotene Tattoos

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Die meisten von euch wollen ihr Tattoo wohl entfernen lassen, weil es nicht mehr eurem Geschmack entspricht, nicht mehr schön aussieht, oder sich eure Lebensumstände einfach geändert haben. Bei manchen ändern sich die Lebensumstände so stark, dass das Tattoo – früher Merkmal für die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe – euch wie ein Stigma anhaftet. Am bekanntesten sind sicherlich die Gang-Tattoos, die vor allem aus dem süd- und nordamerikanischen Raum bekannt sind.

Doch auch in Deutschland gibt es sie und auch hier sie manch einem weiterhin an, wenngleich er oder sie ihre Einstellung und Leben schon vollständig geändert hat. Hier empfinden viele die Möglichkeit, Tattoos entfernen lassen zu können, als Segen für einen Neustart ins Leben. Doch manchmal ist es mehr als nur das persönliche Verlangen, denn auch der Gesetzgeber hat einige Grenzen gezogen, welche Motive in der Öffentlichkeit verboten sind.

In Paragraph 86a des Strafgesetzbuches ist die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen wie folgt geregelt:

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer
1. im Inland Kennzeichen einer der in § 86 Abs. 1 Nr. 1, 2 und 4 bezeichneten Parteien oder Vereinigungen verbreitet oder öffentlich, in einer Versammlung oder in von ihm verbreiteten Schriften (§ 11 Abs. 3) verwendet oder
2. Gegenstände, die derartige Kennzeichen darstellen oder enthalten, zur Verbreitung oder Verwendung im Inland oder Ausland in der in Nummer 1 bezeichneten Art und Weise herstellt, vorrätig hält, einführt oder ausführt.
(2) Kennzeichen im Sinne des Absatzes 1 sind namentlich Fahnen, Abzeichen, Uniformstücke, Parolen und Grußformen. Den in Satz 1 genannten Kennzeichen stehen solche gleich, die ihnen zum Verwechseln ähnlich sind.

Der Gesetzgeber schränkt euch hiermit nicht darin ein, euch diese Kennzeichen stechen zu lassen – ganz im Gegenteil, Artikel 5 des Grundgesetzes garantiert euch:

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

schränkt dieses aber gleich folgend ein:

(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.

Somit ist es lediglich verboten, diese Kennzeichen auf eurem Körper öffentlich zur Schau zu stellen. Dies beinhaltet unter anderem alle nationalsozialistischen Kennzeichen wie zum Beispiel Hakenkreuze, aber auch Symbole verbotener Organisationen wie „Blood and Honour“.

Neben Paragraph 86a können Tattoos auch durch Paragraph 130 des Strafgesetzbuches strafbar sein, nämlich wenn sie volksverhetzend sind. Bekannt ihr hier der Fall eines NPD Funktionärs, der im November 2015 bei einem Schwimmbadbesuch die stilisierte Silhouette des Eingangstors des KZ Auschwitz-Birkenau und den Spruch „Jedem das Seine“ vom Eingang des KZ Buchenwald auf seinem Rücken präsentierte.

Er wurde in zweiter Instanz zu acht Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Nach dem Strafgesetzbuch hätte er wegen Volksverhetzung im Maximalfall mit einer Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren verurteilt werden können. Bei der Zurschaustellung von Kennzeichen nach Paragraph 86 drohen Geld- oder Freiheitsstrafen von immerhin bis zu drei Jahren.

Ihr seht, in Deutschland geniest die Meinungsfreiheit wie auch das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit (Artikel 2 GG) sehr hohen Stellenwert. Euch ist es freigestellt, jedwedes Motiv euch an jede Stelle eures Körpers tätowieren zu lassen. Dies wird lediglich dadurch eingeschränkt, dass verbotene oder volksverhetzende Kennzeichen nicht öffentlich zur Schau gestellt werden dürfen, sprich zumindest verdeckt sein müssen.

Falls ihr ein Motiv haben solltest, welches unter die beiden oben genannten Paragraphen fällt und es nun loswerden möchtet – wendet euch gerne vertrauensvoll an uns. Wir helfen euch gerne, die letzten „Andenken“ an euer altes Leben zu entfernen und gehen hiermit auch vertraulich um. Nutzt gerne die Möglichkeit, online oder telefonisch einen Termin für eine kostenlose Voruntersuchung und Beratung zu vereinbaren. Wir freuen uns auf euren Besuch.

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