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Nano- vs Picosekunden Laser

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Auf der Suche nach einem Anbieter für die Entfernung des Tattoos stößt wohl jeder früher oder später auf die sogenannten Pikosekunden-Laser. Die Anbieter werben typischerweise damit, dass deutlich weniger Behandlungen notwendig sind und außerdem die Haut deutlich weniger beansprucht wird. Wir wollen versuchen, euch hier einen kurzen Abriss über die Vor- und Nachteile der beiden Systeme Nano- und Pikosekunden-Laser zu geben, damit euch die Entscheidung leichter fällt.

Was bedeuten eigentlich „nano“ und „pico“? Beides sind sogenannte SI-Präfixe. „Nano“ kommt vom griechischen nános = Zwerg und steht für ein Milliardstel, „pico“ kommt vom italienischen piccolo = klein und steht für ein Billionstel. In einer Nanosekunde kommt das Licht also gerade einmal knapp 30 cm weit. Eine Pikosekunde ist noch einmal ein Tausend mal kürzer. Jetzt denkt ihr vielleicht, nano, piko, beides ist ultra kurz – wo genau ist nun der Unterschied?

Je kürzer die Pulsdauer ist, desto effizienter werden die Farbpartikel in der Haut „gesprengt“ und die angrenzende Haut geschont, womit das Risiko für Narbenbildung sinkt. Typische schwarze Farbpartikel in Tattoos benötigen weniger als 10 Nanosekunden, um die aufgenommene Wärme wieder abzugeben (und damit in kleine Teile zu bersten). Heutige Nd-YAG Lasersysteme, welche bei uns im Einsatz sind, erreichen Pulsdauern von um die 5-10 Nanosekunden. Bei Pulsdauern von länger als 10 Nanosekunden wird der Farbpartikel also schon wieder erhitzt, bevor er die vorher aufgenommene Wärme komplett abgegeben hat. Dies wirkt sich auch auf das umliegende Hautgewebe aus.

Soweit die physikalische Theorie. Doch Theorie ist das eine, in der Praxis ist es im Leben häufig doch ganz anders. Deshalb haben wir uns ein paar Studien angeschaut, welche Nd:YAG Nano- und Pikosekunden-Laser in der Anwendung am Menschen direkt miteinander verglichen haben. Wir stellen euch exemplarisch die Ergebnisse einer neueren Studie aus 2016 aus dem British Journal of Dermatology vor. Diese Studie war die erste randomisierte, was eine objektive Betrachtung der Ergebnisse zulässt. Falls ihr selbst nachlesen wollt, könnt ihr die Veröffentlichung hier finden.

Behandelt wurden 30 professionell gestochene schwarze Tattoos an 21 Personen. Dabei wurden die Tattoos in zwei Hälften geteilt. Die eine Hälfte wurde mit einem Nanosekunden-Laser mit einer Pulsdauer von 5 Nanosekunden behandelt. Die andere Hälfte mit einem Pikosekunden-Laser mit 450 Pikosekunden Pulsdauer. Es wurden zwei Behandlungen mit Abstand von 6 Wochen vollzogen. Die Nachbehandlung erfolgte für beide Hälften gleich, zum Beispiel durch Einsatz von Bepanthen im Falle von Krustenbildung. Die Tattoos waren im Durchschnitt 8 Jahre alt.

Nach zwei Behandlungen zeigte sich, dass zwischen dem Nano- und Pikosekunden-Laser kein Unterschied festgestellt werden konnte. Beide Tattoohälften waren gleichermaßen heller geworden. Der einzige Unterschied zeigte sich beim gefühlten Schmerz der Behandlung. Hier schnitt der Pikosekunden-Laser etwas besser ab, wurde als weniger schmerzhaft bewertet. Zu erwähnen ist allerdings, dass während der Behandlung in beiden Fällen keine Kühlung erfolgte, sondern lediglich danach.

Die Autoren weißen auch auf eine weitere Vergleichsstudien aus 1998 hin. In dieser Studie wurde ein noch schnellerer Pikosekunden-Laser mit 35 Pikosekunden Pulsdauer verwendet. Hier war der Pikosekunden-Laser bei schwarzen Tattoos bei 3 von 4 Patienten effizienter, nicht jedoch bei farbigen Tattoos.

Fazit: Pikosekunden-Laser sind nicht zwangsläufig besser. Es kommt sehr auf das Modell und die  damit erreichbaren Pulsdauern an. Nur sehr kurze Pulsdauern haben bisher in Studien einen Vorteil gegenüber Nanosekunden-Lasern erzielen können. Lediglich im Schmerzempfinden wird dem Pikosekunden-Laser generell ein Vorteil attestiert. Hierzu nutzen wir bei InkLess in Berlin ein medizinisches Kaltluftgerät, um Euch eine angenehme und möglichst schmerzarme Tattooentfernung zu ermöglichen.  Es zeigt sich aber auch, dass in diesem Feld noch weitere Forschung betrieben werden muss, um die Prozesse in der Haut bei diesen kurzen Pulsdauern zu verstehen.

Wir werden euch auf dem Laufenden halten, sobald es Neuigkeiten gibt. In der Zwischenzeit könnt ihr euch aber unbesorgt bei uns behandeln lassen. Gerne erklären wir euch beim persönlichen Vorgespräch genau, wie unser Laser funktioniert und beantworten euch alle weiteren Fragen zur Tattooentfernung. Macht einfach einen Termin bei uns online aus und schaut vorbei.

Euer InkLess Team

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